Erste Hilfe direkt vor unseren Füßen – Spitz- und Breitwegerich

Ob bei Insektenstichen, Schürfwunden oder kleinen Schnittverletzungen – Spitz- und Breitwegerich sind wahre Erste-Hilfe-Pflanzen.

Dafür einfach ein frisches Blatt abzupfen (möglichst nicht direkt vom Straßenrand), von Staub, Insekten und Erde reinigen, in der Hand kräftig zerreiben oder zerdrücken und anschließend auf die betroffene Stelle legen. Bei Bedarf mit einem Pflaster fixieren.


Eigenschaften von Spitz- und Breitwegerich

  • fördert die Wundheilung
  • wirkt adstringierend (zusammenziehend)
  • stillt kleinere Blutungen
  • als Tee: schleimlösend und auswurffördernd bei Reizhusten, gleichzeitig hustenstillend


Pflanzenauszüge für die Hausapotheke

1. Essigauszug
Ein Essigauszug konserviert die Wirkstoffe und ist ideal bei Insektenstichen (Zecken-, Mücken-, Wespenstiche u. ä.).
So geht’s:

  • Nur wenige Blätter (max. ein Drittel der Pflanze) ernten.
  • Unter Wasser säubern, mit einem Tuch abtupfen und klein schneiden oder zerreißen.
  • In ein Schraubglas geben und mit Bio-Apfelessig vollständig bedecken.
  • Zwei Wochen auf der Fensterbank ziehen lassen.
  • Danach abseihen und in einem sauberen Glas im Kühlschrank aufbewahren.


Hinweis: Bei aufgekratzten Stichen kann es durch den Essig kurz brennen – der Juckreiz verschwindet jedoch meist sofort. Anwendung nach Bedarf wiederholen.


2. Ölauszug (Öltinktur)
Eine mildere Alternative ist der Auszug in Öl.

  • Geeignete Öle: Olivenöl, Mandelöl oder andere Bio-Öle.
  • Vorgehen wie beim Essigauszug.
  • Das Öl brennt nicht und eignet sich auch bei Schnittwunden oder Kratzern.

Tipp: Einige Tropfen Öl auf ein Pflaster geben, auf die Wunde legen und so die Heilung unterstützen.

Johanniskraut – Sonnenkraut für Seele und Haut 

Das Johanniskraut wird nicht umsonst „Sonnenkraut“ genannt – es stärkt unsere mentale Widerstandskraft, schenkt gute Laune und unterstützt die Stress-Resilienz. 
In hochkonzentrierter Form wird es sogar als pflanzliches Antidepressivum eingesetzt.

Achtung: Während sonniger Tage kann Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Deshalb direkte Sonnenbäder besser vermeiden.


Johanniskrautöl (Rotöl / Heilöl)

Das aus Johanniskraut gewonnene Rotöl hat vielseitige Heilwirkungen. Es hilft:

  • bei leichten Sonnenbränden,
  • bei kleinen Verbrennungen (z. B. durch heißes Wasser oder heiße Gegenstände),
  • unterstützt die Hautheilung und beruhigt gereizte Stellen.

Anwendung: Rotöl vorsichtig auf die betroffenen Stellen auftragen und einziehen lassen.


Rotöl einfach selbst herstellen

Du brauchst:

  • ein Schraubglas (ca. 100 ml),
  • Bio-Mandelöl oder ein anderes hochwertiges Öl (aus Glasflasche),
  • frisch gepflückte Johanniskraut-Blüten (5–8 Stück, gern auch einige Blätter und Knospen).

So geht’s:

  1. Blüten und Blätter direkt ins Schraubglas geben (nicht waschen, sonst droht Schimmelbildung).
  2. Mit Öl auffüllen, bis alles gut bedeckt ist.
  3. Glas 5–6 Wochen auf die sonnige Fensterbank stellen, gelegentlich schütteln.
  4. Danach abseihen und in ein sauberes Glas mit Deckel umfüllen. Kühl lagern.


Beste Sammelzeit: vormittags, wenn der Morgentau verdunstet ist – dann sind die Blüten trocken und aromatisch.


Johanniskraut sicher erkennen

Um Verwechslungen auszuschließen:

  • Hält man die Blätter gegen das Licht, sieht man viele kleine durchsichtige und schwarze Punkte – das sind die ätherischen Drüsen.
  • Zerdrückt man eine gelbe Knospe zwischen den Fingern, färben sie sich dunkelrot – daher der Name „Rotöl“.


Erdbeere – die Powerpflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae)

Von Mai bis Juli beschenkt uns die Erdbeere mit ihren köstlichen Früchten. Doch nicht nur die Beeren, auch die Blätter und sogar der Strunk haben wertvolle Eigenschaften.

Inhaltsstoffe & Wirkung

Die Erdbeere enthält:

  • Vitamin C, Kalium, Magnesium
  • Antioxidantien, Gerbstoffe und Flavonoide

Sie wirkt entzündungshemmend, stärkend und wohltuend für den Stoffwechsel.

Erdbeerblätter-Tee unterstützt bei:

  • Darmträgheit
  • Leber- und Nierenschwäche
  • Gicht und Rheuma
  • Nervosität

Äußerlich angewendet (kalt aufgebrüht) beruhigt er Hautausschläge und wirkt mild adstringierend bei Wunden.

Der Erdbeerstrunk – ein unterschätzter Schatz

Auch der meist achtlos weggeworfene Erdbeerstrunk kann genutzt werden! Er schenkt sommerliche Erfrischung, pflegt die Haut und sorgt für Abkühlung an heißen Tagen.

So geht’s:

  1. Eine Schale Erdbeeren genießen und die Strünke in einem Glas mit Wasser sammeln (1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahren).
  2. Strünke samt Wasser in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Kurz bevor es kocht, vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  3. Flüssigkeit abseihen, in Eiswürfelformen gießen und einfrieren.

Das Ergebnis: wohlschmeckende, leicht rosa gefärbte Eiswürfel mit zartem Erdbeerduft. 


Anwendung

  • In Getränken: Die Eiswürfel verfeinern Wasser, Tee oder Limonade und bringen sommerliche Frische.
  • Für die Haut: Mit den Eiswürfeln sanft über das Gesicht streichen – ideal am Morgen. Das kühlt, regt die Durchblutung an, zieht die Poren zusammen und sorgt für einen frischen, gesunden Teint